{"id":63,"date":"2021-07-19T10:47:35","date_gmt":"2021-07-19T10:47:35","guid":{"rendered":"https:\/\/burchdoerfli.ch\/?p=63"},"modified":"2021-07-19T19:10:50","modified_gmt":"2021-07-19T19:10:50","slug":"provokationsschreiben-stadtratsbeschluss-infoveranstaltung-ein-erstes-fazit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/burchdoerfli.ch\/index.php\/2021\/07\/19\/provokationsschreiben-stadtratsbeschluss-infoveranstaltung-ein-erstes-fazit\/","title":{"rendered":"Provokationsschreiben \u2013 Stadtratsbeschluss \u2013 Infoveranstaltung \u2013 ein erstes Fazit"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Infoveranstaltung vom 14. Juli bildet zun\u00e4chst den letzten Hammerschlag im ganzen Startprozess zur Abkl\u00e4rung, ob das ganze Quartier mit \u00fcber 30 Liegenschaften unter Schutz gestellt werden soll. Nun zeigen sich auch die ersten damit verbundenen Kollateralsch\u00e4den.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/burchdoerfli.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/provkationsschreiben_internet_geschwa\u0308rzt.pdf\">Provokationsschreiben an die Bewohner [PDF]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ausgel\u00f6st hat das Ganze ein Provokationsschreiben von einem Mieter und einem Grundeigent\u00fcmer. Ersterer konnte sich nicht damit abfinden, dass vom Balkon des geplanten Neubaus ein Einblick in seinen Garten m\u00f6glich w\u00fcrde. Stossend ist, dass schlussendlich 3 Grundeigent\u00fcmer die restlichen in Sippenhaft nehmen konnten und nun alle dem Diktat der Denkmalpflege unterworfen werden. Das widerspricht dem Rechtsempfinden vieler betroffener und ist auch f\u00fcr viele Leute aus der Baubranche und Architekturszene nicht nachvollziehbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Entscheidungen mit solcher Tragweite h\u00e4tte man sich ein breiteres Mitwirkungsverfahren gew\u00fcnscht. Mangelnde Sozialkompetenz oder purer Egoismus standen wohl einer solchen Vernehmlassung im Quartier im Wege. Ein weiteres Armutszeugnis ist, dass die Verfasser die drei jungen Familien nicht \u00fcber ihr Vorhaben informiert haben und auch nicht das Gespr\u00e4ch mit ihnen gesucht hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Abkl\u00e4rung mit sich bringt, kann man dem Stadtratsbeschluss entnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/burchdoerfli.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/stadtratsbeschluss_internet_geschwa\u0308rzt.pdf\">Stadtratsbeschluss bez\u00fcglich Burchd\u00f6rfli [PDF]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Irritierend ist, dass der Stadtrat im Juli 2018 mit dem Heimatschutz eine L\u00f6sung gefunden hat, die \u00fcberbordende unter Schutzstellung von Objekten in der Stadt Z\u00fcrich in die Schranken zu weisen und die BZO 2016 in Kraft zu setzen. Wenn nun durch die Hintert\u00fcr die vom Heimatschutz im Fokus stehenden Objekte trotzdem wieder unter Schutz gestellt werden sollen, so steht das diametral zum Konzept der Rechtssicherheit. Eine 180 Grad Wende w\u00e4re den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern wohl schwer erkl\u00e4rbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob das ganze Gebiet unter Schutz gestellt werden soll, wird nun die Denkmalpflege kl\u00e4ren und zuhanden des Stadtrats eine Empfehlung schreiben. Mit dem sehr weiten Kategorienraster wird sie viele Gr\u00fcnde finden, die f\u00fcr eine Unterschutzstellung sprechen. Es ist eine Ermessensfrage, wie viele Zeitzeugen aus einer Epoche in einer Gemeinde erhalten sein m\u00fcssten. Die Epoche der Industrialisierung in der Stadt Z\u00fcrich ist an vielen Orten bereits prominent vertreten. Schlussendlich geht es um eine G\u00fcterabw\u00e4gung. \u00f6kologischer und sozialvertr\u00e4glicher Wohnungsbau f\u00fcr junge Familien oder Liebhaberobjekte f\u00fcr finanziell privilegierte Leute.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimmung an der Infoveranstaltung f\u00fcr die Bewohner und Grundeigent\u00fcmer zeigte grosse \u00c4hnlichkeiten mit dem, was die Leute vom <a href=\"https:\/\/www.beobachter.ch\/burger-verwaltung\/denkmalschutz-wenn-sich-zuhause-der-amtsschimmel-einnistet\">Asphof<\/a> erlebt haben. Seitens des Denkmalschutzes wurden sch\u00f6ne Bilder pr\u00e4sentiert, beschwichtigt und sch\u00f6n geredet. Bilder von H\u00e4usern, die bereits ver\u00e4ndert wurden, kamen nicht in die Pr\u00e4sentation. Dass bereits ein Wohnblock ein Burchhaus abgel\u00f6st hat, war auch kein Thema. Auffallend war, dass gar keine positiven Wortmeldungen zum Verfahren kamen seitens der Bewohner und Grundeigent\u00fcmer. Durchs Band meldeten sich die Leute mit kritischen Fragen und \u00e4usserten ihre Bedenken und Sorgen bez\u00fcglich der Unterschutzstellung. Leider hatten sich die Antragssteller und Initianten des Verfahrens nicht weiter zu ihrer Motivation ge\u00e4ussert.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit zur ersten Runde zur Unterschutzstellung des Burchd\u00f6rflis:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Ein Bauvorhaben stand kurz vor der Baueingabe. Dieses ist nun auf Eis gelegt und der Architekt beantragt Kurzarbeit. Die Bauteuerung l\u00e4uft und wenn die Unterschutzstellung in der gew\u00fcnschten Form kommt, sind alle Vorarbeiten f\u00fcr die Katz.<\/li><li>Ein weiteres Bauprojekt wurde in Folge Corona zur\u00fcckgestellt und stand nun ebenfalls vor der Realisierung. Bei einem Totalausfall ist der Bauherr mit grossen finanziellen Ausf\u00e4llen konfrontiert.<\/li><li>F\u00fcr das Bauvorhaben der drei jungen Familien war die Baueingabe bereits erfolgt. Auch hier l\u00e4uft die Bauteuerung und kommt die Unterschutzstellung durch, dann sind alle Vorarbeiten und Projektierungskosten von \u00fcber 60\u2019000.- CHF in den Sand gesetzt.<\/li><li>Die kleinen Kinder der betroffenen Familien werden nun in ihrem Start im Kindergarten und der Schule Friktionen hinnehmen m\u00fcssen, da sich der allf\u00e4llige Umzugstermin nach hinten schiebt.<\/li><li>Eine junge Familie, die vor ein paar Jahren ein Haus erworben hat, plante verschiedene Erneuerungsarbeiten. Alle Arbeiten m\u00fcssen sistiert werden. Kommt die Unterschutzstellung, sitzt der Denkmalschutz bei der Planung mit am Tisch und wird sich bez\u00fcglich denkmalschutzkonformer Bodenbel\u00e4ge einmischen.<\/li><li>F\u00fcr eine Liegenschaft wurde ein neuer Zaun bestellt und bereits bezahlt. Ausnahmsweise durften diese Grundeigent\u00fcmer, das Projekt noch abschliessen.<\/li><li>Eine Familie hatte ihr Haus auf Homegate zum Verkauf ausgeschrieben. Mit der drohenden Unterschutzstellung sinkt der Kreis der Interessenten. Ein valabler Interessent ist bereits abgesprungen, als er erfuhr, dass das Haus m\u00f6glicherweise unter Schutz gestellt wird.<\/li><li>Ironie der Geschichte. Eine Mitunterzeichnerin des Antrags auf Unterschutzstellung hat exakt vor der Mitteilung des Stadtratsbeschlusses mit dem Ver\u00e4nderungsverbot noch das Badezimmer total saniert und ist nun vom Baustopp nicht betroffen.<\/li><li>Wie sich an der Informationsveranstaltung gezeigt hat, \u00fcberwiegen die negativen Gef\u00fchle bez\u00fcglich der Abkl\u00e4rung und der Unterschutzstellung. Das Vorgehen ist nicht von einem grossen Teil der Bewohner und Eigent\u00fcmer getragen. Dementsprechend negativ ist die Haltung den Personen gegen\u00fcber, die das alles initiiert haben. Nun geht ein Graben durchs Quartier.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Infoveranstaltung vom 14. Juli bildet zun\u00e4chst den letzten Hammerschlag im ganzen Startprozess zur Abkl\u00e4rung, ob das ganze Quartier mit \u00fcber 30 Liegenschaften unter Schutz gestellt werden soll. Nun zeigen sich auch die ersten damit verbundenen Kollateralsch\u00e4den. Provokationsschreiben an die Bewohner [PDF] Ausgel\u00f6st hat das Ganze ein Provokationsschreiben von einem Mieter und einem Grundeigent\u00fcmer. 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